Kokotte

Schmortopf mit zweifelhaftem Ruf - die Kokotte

Zunächst sei vorweg erklärt, dass es hier um Kochgeschirr geht und nicht um eine Dame aus dem Rotlichtmilieu, denn die Verwendung des Begriffs Kokotte als Bezeichnung für eine Prostituierte wohl ist die bekanntere.

Benannt ist der ursprünglich französische Topf nach dem Hühnchen, das in der französischen Sprache Cocotte heißt. Vermutlich wurden auch die Prostituierten in Frankreich nach dem Hühnchen benannt, aber unter völlig anderen Voraussetzungen.

In der Küche wird die Kokotte zum Braten und Backen verwendet. Es handelt sich um einen feuerfesten Schmortopf, der aus Gusseisen, Steinzeug oder Porzellan hergestellt wird. Üblicherweise hat die Kokotte eine dekorative Form und ein aufwändiges Design. Entworfen wurde die Kokotte wohl in Frankreich als spezielles Kochgeschirr, in dem das Hühnchen geschmort wurde. In Frankreich und im gesamten Mittelmeerraum wird der Topf noch heute zu diesem Zweck verwendet.

In Nordeuropa findet die Kokotte vor allem im Gastronomiebereich Verwendung. Viele Gerichte lassen sich in der Kokotte zubereiten und appetitlich und dekorativ direkt im Kochgeschirr servieren. Da die Kokotte beim Braten oder Backen heiß wird, muss sie auf einem Untersetzer oder Platzteller angerichtet werden. Häufig werden dafür Holzbrettchen oder Metall-Unterteller verwendet. Heute beschränkt sich die Verwendung der Kokotte nicht mehr auf die Zubereitung von Hähnchen, sondern es werden auch Gratins, Suppen, Eintöpfe und Ragouts bevorzugt in Kokotten zubereitet.

Kokotten gibt es in unterschiedlichen Größen von einem halben Liter bis zu fünf Litern Inhalt. Der besondere Vorteil der Zubereitung in dieser Art Schmortopf besteht darin, dass sich das gesamte Gefäß mit dem Deckel gleichmäßig erwärmt und damit eine ähnliche Wirkung, wie ein Backofen erzielt.

In Deutschland wird die Kokotte auch als Kasserole oder Auflaufform bezeichnet, wobei sie im Gegensatz zur gewöhnlichen Auflaufform über einen Deckel verfügt.