Flotte Lotte
Flotte Lotte
Dieser Titel ist kein Scherz, sondern tatsächlich der Produktname eines traditionellen Küchengerätes. Eine Flotte Lotte ist genau genommen eine Passiermühle. Gern wird sie auch als Gemüsemühle, Passe-vite oder Passetout bezeichnet. Erfunden wurde das Gerät vermutlich im Jahr 1932 von Jean Mantelet, dem Gründer der international bekannten, französischen Haushaltsgeräte-Firma Moulinex, unter der Bezeichnung le moulin à légumes, also Gemüsemühle. Andere Quellen nennen Viktor Simon als Erfinder des Passiergeräts.
Seit nunmehr 65 Jahren wird die Flotte Lotte unter diesem Produktnamen erfolgreich in Deutschland hergestellt und verkauft. In den 1950er bis 1970er Jahren wurden Verkaufszahlen von zwei Millionen und mehr im Jahr erreicht.
Die traditionelle Flotte Lotte besteht aus mehreren Einzelteilen. Grundlage des Geräts ist eine Metallschale, die im Boden mit Löchern versehen ist. Der Boden ist zudem leicht nach außen abgeschrägt, damit die passierte Masse besser ablaufen kann. In der Mitte des Bodens befindet sich ein Loch, in das eine Kurbelwelle eingeschraubt wird. Unterhalb des gelochten Bodens wird an der Welle ein dünner Metallstab befestigt, innerhalb der Metallschale ein großes Rotorartiges Blech, das der Form des Bodens angepasst ist. Am Ende der Welle befindet sich eine Kurbel. Die zu passierenden Lebensmittel werden in die Schale gegeben und anschließend durch Drehbewegungen mit der Kurbel zerdrückt, indem das Rotorblatt bei jeder Drehbewegung fest über die Lebensmittel streicht. Aus den Löchern im Boden der Schale fließt dann der Brei in einen Topf, der unter die Flotte Lotte gestellt werden muss. Der Metallstab unterhalb des Bodens dreht sich bei den Kurbeldrehungen ebenfalls mit und streift dabei das Passiergut vom Boden ab. Auf diese Weise werden Stauungen und Verstopfungen vermieden.
Manche Modelle verfügen über einen auswechselbaren Boden. Dadurch können verschiedene Scheiben mit unterschiedlichen Lochstärken eingesetzt werden.
Die Flotte Lotte eignet sich besonders zur Herstellung von Soßen, Cremesuppen, Apfelmus oder Püree sowie Babynahrung oder Saft.
